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Kultur der Bestattung

Die offene Aufbahrung

Das Ritual der Aufbahrung hat eine lange Tradition. Es dient seit jeher dazu, den Hinterbliebenen die Möglichkeit eines letzten persönlichen Abschieds zu geben. Bei einer offenen Aufbahrung können die Trauernden der geliebten Person ein letztes Mal ins Gesicht blicken, den Toten berühren, private Worte an ihn richten und ihn in den Stunden vor der Bestattung begleiten. Diese intime und ganz bewusste Abschiednahme kann Ihnen dabei helfen, den Tod anzunehmen und den Trauerprozess zu beginnen. Viele haben Angst und Scheu mit dem toten Körper des Verstorbenen konfrontiert zu werden. Da dies aber eine wertvolle Erfahrung für viele Hinterbliebene ist, sollten Sie sich Ihre Entscheidung gut überlegen. Eine offene Aufbahrung ist bis 36 Stunden nach dem Eintreten des Todes bei Ihnen zu Hause, in unserem Abschiedsraum in Bad Laer oder auch in einem an den Friedhof angeschlossenen Raum möglich. Wir bereiten die offene Aufbahrung nach Ihren Wünschen vor. Wir richten den Verstorbenen würdevoll her und kümmern uns um eine ruhige Atmosphäre, in der Sie und der Verstorbene sich aufgehoben fühlen. Der Verstorbene ist dabei entweder in einem geöffneten oder einem geschlossenen Sarg gebettet. Unser Anliegen ist es, dass Sie ganz in Ruhe Ihren persönlichen Abschied nehmen können.

Die katholische Bestattung

Im katholischen Glauben ist der Tod ein Hinübergehen des Verstorbenen ins Jenseits. Der Tod bedeutet also ewiges Leben bei Gott und ist eng mit der Auferstehungshoffnung verbunden. Die katholische Kirche bietet an, dass ein Geistlicher den dahinscheidenden Menschen am Sterbebett begleitet. Dabei wird üblicherweise die Krankensalbung und die letzte Beichte vollzogen. Die römisch-katholische Kirche ist in Deutschland nach wie vor die größte christliche Religionsgemeinschaft. Das christliche Verständnis, nach dem das Leben nicht mit dem Tode endet, sondern die Auferstehung in Jesus Christus zu erwarten ist, bildet die Grundlage der Bestattungsrituale. Das kirchliche Begräbnis wird durch einen Priester oder Diakon geleitet. Auch eine Pastoralreferentin oder ein Pastoralreferent kann damit beauftragt werden. Die Trauergemeinde kleidet sich in der liturgischen Trauerfarbe schwarz, während der Priester ein violettes Trauergewand trägt. Diese Farben symbolisieren Übergang, Buße und Einkehr. Die Begräbnisfeier findet in der Regel in drei Stationen statt, die in der Reihenfolge variieren können.

Zuerst versammelt sich die Trauergemeinde in der Kirche. In einem Trauergottesdienst gedenken die Trauernden des Todes und der Auferstehung und danken für die Erlösung und die Hoffnung auf das ewige Leben. Um den Gottesdienst persönlich zu gestalten zu können, spricht der Priester im Sterbefall vor der Trauerfeier mit den Angehörigen über das Leben und den Charakter des Verstorbenen.

Zur Beerdigung kommt die Trauergemeinde am Ort der Aufbahrung, in einer Friedhofskapelle oder einer Aufbahrungshalle, zusammen. Der Sarg wird dabei mit Weihwasser gesegnet. Die Hinterbliebenen können sich vom Toten verabschieden. Dieses Ritual bezeichnet man als Aussegnung. Anschließend begleitet die Trauergemeinde den Sarg, der zum Grab getragen wird.

Am Grab können noch einmal letzte persönliche Worte oder Gebete für den Verstorbenen gesprochen werden, bevor der Sarg in das Grab gesenkt wird. Der Priester spricht dabei begleitende Worte aus der Liturgie und segnet das Grab. Beschlossen wird das Begräbnis mit Fürbitten für Lebende und Verstorbene, dem gemeinsam gesprochenen „Vaterunser“ und dem Segenswort. Die Trauergemeinde kann abschließend Blumen oder Erde mit ins Grab geben.

Nach Ihren Wünschen können die ersten beiden Stationen verbunden werden, etwa durch eine Aufbahrung in der Kirche.

Die Trauerfeier wird von dem Priester der Gemeinde ausgerichtet, dem der Verstorbene angehörte. Damit ist auch die Kirche festgelegt. Nach katholischem Kirchenrecht wird jedem Getauften und nicht freiwillig aus der Kirche Ausgetretenen ein kirchliches Begräbnis zugestanden.

Anonyme Bestattungen lehnt die katholische Krieche ab. Im katholischen Glauben ist jeder Mensch einmalig und hat eine bleibende Bedeutung. Der Name, der dem Menschen bei der Taufe gegeben wurde, soll ihn über den Tod hinaus kennzeichnen. Damit hat das Grab eine wichtige Bedeutung für das Totengedenken.

Sechs Wochen nach der Beisetzung wird in der Gemeindekirche das sogenannte Sechswochenamt gehalten.

Die evangelische Bestattung

Auch der evangelischen Bestattung liegt der Auferstehungsgedanke zugrunde. Wenn der Tod eines schwer kranken Menschen erwartet wird, kann ein letztes Abendmahl am Krankenbett vereinbart werden. Nach Eintreten des Todes ist eine Aussegnung durch die Pfarrerin oder den Pfarrer möglich. Anschließend macht die Pfarrerin oder der Pfarrer einen Termin mit den Hinterbliebenen für ein Trauergespräch. Dieses muss nicht direkt am Todestag stattfinden. Der Termin für die Beisetzung wird vom Bestattungsunternehmen mit der Friedhofsverwaltung vereinbart. Wichtig ist, dass das Datum schnell feststeht, damit Angehörige benachrichtigt und Anzeigen geschaltet werden können.

Die evangelische Trauerfeier wird in der Regel in zwei Stationen gestaltet: in der Trauerhalle des Friedhofs und am Grab. In der Trauerhalle wird die Zeremonie durch Glockengeläut eröffnet. Anschließend folgen Begrüßung, Lied, Psalm und Verkündung mit Schriftlesung und Schriftwort. Nachdem die Gemeinde zusammen ihr Glaubensbekenntnis gesprochen und Dank zum Ausdruck gebracht hat, wird der Sarg oder die Urne zum Grab begleitet. Nach einer kleinen liturgischen Zeremonie am Grab findet die eigentliche Bestattung statt, nach der alle Trauernden Gelegenheit haben, Abschied zu nehmen. Mit der Formel Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staubwird dreimal ein wenig Sand oder Erde auf den Sarg geworfen. Dies ist ein Zeichen des Abschieds und gleichzeitig auch ein Symbol für die Vergänglichkeit des Menschen. Nach Schriftlesung, Auferstehungslied, Vaterunser und Segen verabschiedet sich die Trauergemeinde mit Erd- oder Blumenwurf.

Bei einer Feuerbestattung ist der zeitliche Abstand zwischen Todestag und Trauerfeier meist größer. Es gibt auch die Möglichkeit, vor der Einäscherung einen Abschied mit Aufbahrung auszurichten. Die Beisetzung der Urne findet dann später, gegebenenfalls in kleinerem Kreise, statt.

Auch für nicht evangelische Verstorbene ist eine evangelische Beisetzung nicht ausgeschlossen. Etwa wenn der Verstobene zwar einer anderen Konfession angehörte, aber den Wunsch geäußert hat evangelisch bestattet zu werden. Sprechen Sie darüber mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer. Auch bei aus der Kirche Ausgetretenen wird die Beerdigung von Pfarrerinnen und Pfarrern nicht grundsätzlich abgelehnt. Wenn der Tote sich jedoch von der Kirche distanziert hat, ist dieser Wunsch auch über sein Leben hinaus zu respektieren.

Die liturgische Totenehrung sieht ein Gedenken der Verstorbenen am Totensonntag und am Altjahrsabend (Silvester) vor. Eine individuelle Andacht ist am Todestag denkbar.

In beiden Konfessionen ist es üblich, dass die Trauergemeinde sich nach der Beerdigung zum Leichenschmaus zusammenfindet. Das hat einen symbolischen Sinn, denn das gemeinsame Essen und Trinken zeigt, dass die Lebenden zum Leben zurückkehren.

Weltlicher Abschied

Eine konfessionsfreie Abschiednahme kann und soll ebenso würdevoll und liebevoll gestaltet werden wie eine christliche Trauerfeier. Die Zahl der frei geplanten Trauerfeiern steigt stetig.

Den Ablauf der Trauerfeier können Sie weitgehend frei festlegen und gestalten. Bei der Planung und Ausarbeitung Ihrer individuellen Trauerfeier sind wir Ihnen gerne behilflich. Gemeinsam überlegen wir, was dem Charakter des Verstorbenen entspricht. Wenn es gewünscht ist, sind auch Pfarrerinnen und Pfarrer oft bereit, an einer nicht konfessionellen Bestattung mitzuwirken.

Im Mittelpunkt der Feier steht meist die Trauerrede. Sie wird entweder von Freunden und Angehörigen oder von einem professionellen Trauerredner gehalten. Auch mehrere Redebeiträge sind denkbar. Bei der Wahl eines Trauerredners können wir Sie beraten. Dieser muss im Gespräch mit Ihnen ein persönliches Verständnis für den Verstorbenen und sein Umfeld entwickeln und mit viel Feingefühl vorgehen.

Nach der Trauerfeier geleitet die Trauergemeinde den Verstorbenen zu seinem Grab. Angehörige und Freunde haben die Möglichkeit, jetzt letzte Worte zu sprechen und Blumen oder Erde mit ins Grab zu geben. Anschließend können Beileidsbekundungen ausgesprochen werden.